Wer ein Schnäppchen kauft – muss damit auch arbeiten!
(oh) HAM RADIO 2008, 2009, 2010 – Ostarrichitage – Laa/Thaya – Eggenfelden. Diese Namen und die Veranstaltungen dazu bieten immer wieder Einkaufsmöglichkeiten. Ob es ein Neugerät oder das Über-drüber-Schnäppchen vom Flohmarkt ist, es artet immer wieder in Arbeit aus. Kaum jemand geht ganz ohne Einkauf von diesen Gelegenheiten nach Hause. Als gestandener Funkamateur mit 42 Jahren Hobbyerfahrung und Langzeittechniker in Pension kribbelt es natürlich auch mich immer wieder in den Fingern, bei schönen Dingen zur Geldtasche zu langen und etwas einzukaufen. Zu Hause ist dann in der Folgezeit Arbeitszeit zum Zusammenbau, zur Installation und zur überlegten Inbetriebnahme zu investieren. Man macht dabei so seine Erfahrungen.
Über meine Erlebnisse dabei möchte ich in lockerer Folge berichten und auch wie man sich bei Aufbauproblemen helfen kann. Es soll Anregung geben, selbst mit offenen Augen nach Lösungen zu suchen, die nicht auf dem ersten Blick zu erkennen sind. Es gibt Material, das erst auf den zweiten Blick für viele Gelegenheiten einsetzbar ist. Ich berichte über die Verwendung eines Antennentuners für endgespeiste Drähte, über den Aufbau und erste Betriebserfahrungen mit einer Wetterstation mit Außensensoren und die ersten Ergebnisse bei der Verwendung eines DSP-Lautsprechers. Zur Abrundung der einzelnen Geschichten werde ich von Fall zu Fall die einfachen Werkzeuge und Maschinen vorstellen, die mir die Arbeit etwas erleichtern. Man wird sehen, dass es für den Heimwerker wirklich die billigen Maschinen aus dem Hobbymarkt sein dürfen, wenn sie richtig eingesetzt und nicht überfordert werden.
Ich wohne in einem Wohnblock mit zwei Stiegen, was bedeutet, dass das Dach des Blockes geteilt ist. Von First zu First habe ich in schräger Linie gerade mal 13 Meter Länge für eine Drahtantenne zusammengebracht. In der ersten Phase habe ich danach einen kleinen selbstgebauten Antennentuner geschaltet, nachdem die Versuche mit einem Magnetunun nicht erfolgreich waren. Der Draht wurde mit dem ATU auf 3700 KHz in Resonanz gebracht, weil sich dort unsere Frequenz für die freitägliche AMRS-Runde befindet. Für den DX-Betrieb nutze ich sowieso nur die große Antennenanlage in unserer Klubstation. Kleinere Abweichungen von der Sollfrequenz wurden nach 20m RG-213 hier im Shack, in der Wohnung, mit dem ATU YAESU FC-30, der bei meinem FT-897 mit dabei ist, angepasst. Natürlich kam es dabei zu Einstreuungen aus dem RG-213 in die, im Raum befindliche empfindliche Elektronik. Speziell die USB-Geräte spielten dabei gerne verrückt. Bei der HAM RADIO 2008 habe ich dann zugeschlagen und mir einen chinesischen Antennentuner CG3000 angelacht. Dieses Gerät ist in ein wasserdichtes, schwarzes, UV-festes Plastikgehäuse eingebaut. Zwölf M3 Schraubverbindungen verschließen das Gehäuse. Oben und unten ist jeweils ein Winkelschiene angebracht, mit vier Bohrungen für die Durchführung von Mastschellen. Die Winkelschiene aus V2A ist mit drei M3 Schraubverbindungen an einem breiten Falz des Plastikgehäuses stabil verankert. Der Tuner verträgt bis zu 300 W PEP und benötigt mindestens 10 W zur Abstimmung. Als Stromversorgung werden 13,8 VDC +- 5% mit max. 0,8 A gefordert. Die Versorgungsspannung wird über eine 4-polige, japanische Mikrofonbuchse zugeführt, wobei neben den beiden Spannungsleitungen noch ein LED-Ausgang zur Signalisierung des positiven Abstimmungsergebnisses zugeführt ist. Die Leitung zum Transceiver wird an eine SO-239 Buchse angeschraubt. Daneben befindet sich ein Erdungsstützpunkt mit Flügelmutter, der auf kürzestem Weg mit der Blitzschutzanlage zu verbinden ist. Oben am Gehäuse befindet sich der Antennenanschluss, ebenfalls mit einer Flügelmutter ausgestattet. Mit zwei 48mm Auspuffschellen habe ich dann den Tuner am Mast befestigt und mit einem 8mmq Erdungsdraht die Verbindung zum Blitzschutzanschluss am Mast hergestellt. Nach dem ersten Winterbetrieb habe ich dann an Stelle der 13m Drahtlänge, einen 26m langen Draht zum nächsten Wohnblock geführt, was einer Verbesserung von mindestens zwei S-Stufen auf 80m entspricht. Die Frühsommerzeit 2010 war bei uns durch einige schwere Gewitter gekennzeichnet, die zu Blitzschlägen in meiner nächsten Umgebung führten. Da meine Antennen durch die nahe (20m!!) vorbeiführende 110 KV-Leitung und deren Masten (Abstand 120m) überragt werden, bin ich vor Direkteinschlägen weitgehend verschont geblieben, hohe indirekte Spannungsspitzen sind neben den permanenten Störfeldstärken jedoch an der Tagesordnung. Wenn ich keinen Funkbetrieb mache, wird die RG-213 Leitung vom Tuner herunter über einen Schalter im Shack immer auf Masse gelegt. Als ich nac h einem dieser Gewitter von einem Einsatz in der Bezirksnachrichtenzentrale der Feuerwehr nach Hause kam, stellte ich fest, dass der ATU nicht mehr funktionierte. Im Dachboden hatte sich beim Netzgerät, die zusätzliche 2A Schmelzsicherung in der Zuleitung zum ATU verabschiedet. Nach Widerstandkontrolle der Zuleitung und Ersatz der Sicherung erfolgte die Funktionsprüfung des ATU’s. Ein hängengebliebenes Relais konnte ich nach Abstimmungen auf verschiedenen Frequenzen wieder zum Arbeiten bewegen. Danach verhielt sich der ATU wieder korrekt. Am Beginn der langen Schönwetterperiode habe ich dann den ATU endgültig vom Mast geholt und am Messplatz überprüft. Dabei habe ich dann das fehlerhafte Relais sicherheitshalber ausgewechselt. Es war nicht leicht, ein baugleiches Relais zu finden, aber dafür gibt es ja das Internet und meine lange berufliche Erfahrung in der Bauteilbeschaffung, hi. An zwei kleinen Nässerückständen im Gehäuseinnenteil konnte ich feststellen, dass nach rund einundeinhalb Jahren im Freien die Wasserabdichtung doch nicht mehr ausreichend war. Deshalb beschloss ich, den ATU samt Stromversorgung in ein wetterfestes Gehäuse am Mast einzubauen und gegen auftretende Spannungsspitzen sicherer zu machen. Wie ich dabei vorging, welche Schwierigkeiten auftauchten und welche Arbeitsmittel ich verwendete, werde ich Ihnen im zweiten Teil dieser Geschichte erzählen. |