Magazin für Amateurfunk - Elektronik - Funktechnik Monatsausgabe März 2010
(oh) Bei diesem Heft fällt es schwer, nur einzelne Beiträge heraus zu stellen, weil ich den gesamten Heftinhalt großartig finde. Die Beschreibung des Heftes kommt deshalb auch relativ spät, weil ich einfach nicht mehr mit dem Lesen aufhören konnte. Schon die Titelseite mit dem Standort von DM0Y zieht mich in den Bann. Dazu der Blick auf die Frontseite des FA-Stationsmanagers macht sehr auf den Heftinhalt neugierig. Sehr interessant finde ich immer die Beschreibungen verschiedener DX-peditionen. Sie geben immer auch einen Einblick in ferne Zielorte und die Kultur dort. Besonders interessiert mich dann aber auch, welche Hindernisse bei der Aktivierung seltener Standorte auftreten. Ein besonderes Schmankerl wird in diesem Heft geboten: FT5GA
Funkabenteuer im Indischen Ozean: FT5GA von Glorioso ist ein fantastischer Bericht über ein sehr reales Abenteuer, das wirklich nur Angehörigen der französischen Streitkräfte möglich war. Hut ab für die Zähigkeit der Organisatoren, die wirklich jede Widrigkeit wieder weggesteckt hatten um mit neuem Mut motiviert an die Fortführung der Aktion zu schreiten. Was ja nur zwischen den Zeilen hervor sticht ist die Toleranz der jeweiligen Stammeinheit-Kommandanten, die bei der Zeitplanung ja auch ein gewichtiges Wort haben und sich extrem tolerant gegenüber den Terminverschiebungen gezeigt haben. Durch einen kleinen Hinweis reifte auch die Erkenntnis, dass da weit oben irgendwer ein passendes Projekt erzeugt haben musste, das die Om's teilweise in der Dienstzeit zu bearbeiten hatten. Das lieferte dann genügend Auftragspotenzial dass die Projektzeit langfristig abgedeckt war. Alle aufgezeigten Probleme wären für eine zivile Gruppe mit Sicherheit unüberwindlich und zu teuer gekommen, wobei noch die intensive Mitarbeit der Kommandanten im Zielgebiet vielleicht doch nicht so entgegenkommend als wie gegenüber den mit einem militärischen Auftrag ausgestatteten Kameraden gewesen wäre. wer weiß? Insgesamt bleibt die Erkenntnis, dass uns Nutzern von DX-Expeditionen vielfach unbekannt ist, wie groß die Probleme, unabhängig von dem enormen finanziellen Aufwand, für die Aktivierung der ganz seltenen und deshalb meistgewünschten DX-Länder wirklich sind. Deshalb muss man den DX-Peditionären noch viel mehr Respekt zollen als wie es mancherorts getan wird. Das Mindeste, was wir tun können ist neben einem finanziellen Beitrag auf eine wirklich gute und rücksichtsvolle Betriebstechnik zu achten. Dazu gehört vor Allem, dass wir vor dem Griff zum Sendeknopf lange genug zuhören, um die eingespielten Abläufe der agierenden DX-Crew kennen zu lernen. Dann kann man auch mit kleiner Leistung gezielt zu einem raschen Erfolg kommen. Ich habe das in der Vergangenheit schon öfters erleben dürfen: Gut zugehört und dann nur ein Anruf mit 80 Watt zum richtigen Zeitpunkt - und schon war die Bestätigung da. Wenn ich da so nebenbei an die vielen sehr lauten Dauerschreier denke, die vor lauter Sendetaste-Drücken die gegebenen Bestätigungen erst beim dritten oder vierten Mal registrierten, hi. Eine höchst interessante Rechtsentwicklung wird im Beitrag Empfang und Decodierung von Flugzeug-Positionsdaten erlaubt berichtet. Diese Positionsdaten sind das Ausgabesignal des SSR, dem Sekundär-Radar-System. Dieses schon seit langem praktizierte System in der Zivilluftfahrt reduziert die Ausrüstungskosten der Flugüberwachung ganz gewaltig.
Beim primären Radarsystem, wie es zur Erfassung von unbekannten Zielen im militärischen Luftraumüberwachungsdienst verwendet wird, erfolgt die Positionsbestimmung nach dem Reflexionsverfahren. In regelmäßigen Abständen wird an der sich drehenden Antenne ein Hochfrequenzimpuls hoher Leistung ausgesendet. In der Zeit zwischen den Sendeimpulsen werden über die Antenne von den Flugzielen reflektierte Hochfrequenzsignale empfangen und die Signallaufzeit als Entfernungsangabe umgerechnet. Die Richtung, aus der das Reflexionssignal empfangen wurde, wird als Winkelinformation ebenfalls festgehalten. Aus diesen beiden Informationen kann die Position des Flugziels bestimmt werden. Um auch sehr kleine Ziele anmessen zu können muss die Puls-Sendeleistung möglichst hoch liegen, im Megawattbereich! Umgekehrt benötigt man zum Empfang der relativ schwachen Reflexionssignale außerordentlich hochempfindliche Empfangsteile. Dies treibt die Gerätekosten enorm in die Höhe. Beim SSR wird dazu im Gegensatz ein viel schwächerer Impuls in Richtung Flugziele ausgesendet. Dieser Abfragecode wird im Flugziel vom sogenannten Transponder empfangen. Dieses Gerät ist mit dem Höhen- und Geschwindigkeitsmesser verbunden und sendet die aktuelle Information als Datentelegramm zurück. Durch die aktive Antwort vom Flugziel benötigt man bei gleicher Signalreichweite auf beiden Seiten viel weniger Leistung und Empfängerempfindlichkeit. Das erfordert auch viel geringere Systemkosten. Deshalb wurde europaweit ab dem Jahr 2000 die zivile Luftraumüberwachung ausschließlich auf das SSR-System umgestellt und dafür für alle Luftfahrzeuge, von den Segelflugzeugen aufwärts, der Einbau eines Transponders vorgeschrieben. Der Transponder packt in seinen Antwortcode zusätzliche Informationen hinein. Zur Identifikation wird ein Adresscode, der von der zuständigen Flugsektorkontrolle zugewiesen wird, mitübertragen. Ältere Transponder müssen noch von Hand auf diesen Code eingestellt werden, neuere Geräte akzeptieren bereits ein Datentelegramm von der Bodenstation zum Codewechsel. Es sind Bestrebungen im Gange, die Adresscodes für jeden Flugsektor bereits nach Eingabe des Flugplans von einem Flugplanrechner zugewiesen zu bekommen.
Diese SSR-Codes sind also jetzt, laut einem Gerichtsbeschluß, in DL frei zu empfangen. Da der Luftraum über Europa ständig überwacht ist, melden sich die Transponder der Maschinen regelmäßig. So können sie mit dem passenden Empfangssystem auf ihrem Bildschirm zu Hause nahezu den gleichen Informationsinhalt (= die aktuelle Luftlage) wie die nächstgelegene Flugverkehrskontrolle (= FVK) erhalten. |