Mikrocontroller - Audio - Messtechnik Monatsausgabe März 2010
(oh) Dieser Heftinhalt wird den Subtiteln voll gerecht. Das Heft lebt von den Mikrocontrollern aller Art. Mit dem Modulo D setzt die Redaktion die altbekannte Linie außergewöhnlich innovativer Audiokomponenten fort. Mit dem GPS-Datenlogger und dem Z-Dioden-Tester-Vorschlag befinden wir uns mitten im anspruchsvollen Messtechnik-Bereich. Bezeichnend sind im Werbe- und Anzeigenbereich nur mehr Schulungen, Einstiegssysteme und Prototyping-Karten zu finden. Entsprechend dem Trend der Zeit werden die Leser vom diskreten Selbstbau, der auf Grund der Bauteilminiaturisierung sowieso immer schwieriger und deshalb auch fehlerbehaftet wurde, weggeführt und auf die Anwendung von fertigen Systembaugruppen eingeschworen. Nur mehr die Autoren befassen sich mit der diskreten Basistechnik, der Leser soll sich mit der Finalisierung, der Programmierung und einer eventuellen Anwendungsverbreiterung befassen.
So kann man das hohe Fehlerrisiko beim Baugruppenaufbau elegant minimieren und der breiten Leserschar mit unterschiedlichem Ausbildungsstand dennoch modernste hochintegrierte Schaltungstechnik für eigene Versuche und erweiterte Verwendung anbieten. So ist der Audio-Stereo-Vollverstärker Modulo D ein hochinteressantes Selbstbauprojekt, weil es die Kompaktheit leistungsfähiger Audio-Baugruppen demonstriert. Dazu wird mit der Vorstellung der visualisierten Bedienungsmöglichkeit mittels Display und Tastatureingaben der aktuelle Stand der Audiotechnik leicht erlernbar. Elektor hat ja schon vor Jahren die Regelung von Lautstärke und Tonfiltern weg von den kratzenden Potentiometern hin zur digitalen Einstelltechnik propagiert und mit entsprechenden Bauanleitungen im gehobenen Hobbybereich für eine angenehme und sehr leistungsfähige Musikwiedergabe gesorgt. Bei den Mikrocontrollern ist man neben den tüchtigen 8 bit-Mikrocontrollern als Arbeitspferden in der 32 bit-Technologie mit regelrechten mathematischen Rennpferden konfrontiert. Controller mit der leistungsfähigen ARM-Prozessorkern-Architektur ermöglichen mittlerweile Anwendungen, wie man sie früher nur unter gleichzeitiger Anwendung von mehreren Spezialprozessoren realisieren konnte. Auch im Amateurfunksatellitenbau werden, wie bei den Hauptrechnern (IHU-3) des P3E-Satelliten von AMSAT/DL, Mikrocontroller mit ARM7-Kernarchitektur eingesetzt. Für die Softwareprogrammierung stehen mittlerweile gute Unterstützungstools zur Verfügung. So gibt es für einige Mikrocontroller regelrechte Betriebssystemkerne, auf denen dann die Anwendungsprogramme aufgesetzt werden können. Die Open Source Foundation bietet ebenfalls Toolpakete an, mit denen viele Anwendungen schneller und leichter erstellt werden können. Um die ganze Erstellungsebene abzurunden, gibt es dann fertige Entwicklungsplattformen, wie zum Beispiel das Open Source Projekt ZEPTER, das als 32 bit-System mit der ARM7 Architektur beste Möglichkeiten zur raschen Anwendungsentwicklung anbietet. Die LINUX-Umgebung ist dabei die klassische Basisumgebung auf dem Entwicklungs-PC und dem Mikrocontroller-Zielsystem. Im vorliegenden ELEKTOR-Heft wird diese optimale Arbeitsumgebung anhand der verschiedenen, ausführlich beschriebenen, Beispielprojekte sehr gut dokumentiert. Die geistige Auseinandersetzung, verbunden mit dem Testaufbau des jeweiligen Anwendungsprojekts, sollte zu einem intensiven Verständnis dieser Technologien hinführen. Möge die Übung gelingen! |