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Remote-Lizenz Drucken
Geschrieben von Alfred Mateja   
Freitag, 9. März 2007

Löst die Remote-Lizenz unser Nachwuchsproblem?

 (am) Dank EchoLink, QsoNet/CQ100 und ähnlicher VoIP-Systeme kann man heute aktiv am Amateurfunkdienst teilnehmen, ohne überhaupt im Besitz eines HF-Senders zu sein: Man steigt per Computer ins Internet ein, verbindet sich über eines dieser Systeme mit einem Gate irgendwo auf der Erde und tritt dort quasi aus der leitungsgebundenen "Internet-Welt" in die leitungslose "HF-Welt" des Amateurfunks über. (Natürlich kann man auch innerhalb der "Internet-Welt" bleiben und dort mit anderen Funkamateuren kommunizieren.)

Um via EchoLink, QsoNet/CQ100 usw. einen persönlichen Zugang zum Amateurfunkdienst zu erhalten, muss man allerdings einen Registrierungsprozess durchlaufen und nachweisen, Inhaber einer gültigen Amateurfunklizenz zu sein. Weil man im Zuge obiger Kommunikation aber keinen eigenen HF-Sender betreibt, genügt dafür selbst die niedrigste Lizenzklasse: Man muss nur nachweisen, überhaupt lizenziert zu sein!

Nimmt man am Amateurfunkdienst ausschließlich unter Verzicht auf jede "eigene" HF-Ausstrahlung teil, geht das Gefährdungspotenzial dieses Tuns natürlich gegen null. Dem Rechnung tragend, ließe sich eine neue, sehr einfache "Remote-Lizenz"1 schaffen, die bei weltweiter Kommunikationsmöglichkeit weniger Recht und Technik als vielmehr gute Betriebstechnik in den Vordergrund stellt: Die monatelange, oft stark demotivierend empfundene "Durststrecke" hin zur eigenen Lizenz könnte zu einem Intensivwochenende verkürzt werden. Zielvorstellung: Von Kursbeginn bis zur Lizenzaushändigung in einer Woche?

Wer in der Folge Geschmack am "Telecom-Hobby" findet, könnte sich mit dem Erreichten zufrieden geben oder irgendwann in Richtung "HF-Lizenzen" upgraden; wer keinen Geschmack findet, hätte zumindest keine nennenswerten zeitlichen und finanziellen Einbußen zu beklagen. Das persönliche Risiko bliebe in jedem Fall überschaubar - ganz so, wie junge Leute es heutzutage schätzen!

Eine harte Nuss? - Ja; vielleicht aber ein Teil unserer Zukunft...2

Nachtrag vom 11.3.2007: Siehe hier!

______________________

1) Remote.....entfernt, abgelegen, weit weg... Der Begriff bezieht sich auf die Entfernung zwischen Operator und Ort der tatsächlichen HF-Ausstrahlung: Der sich in Besitz eines anderen Funkamateurs befindliche HF-Sender (z.B. ein Sprachrelais) wird unter dessen technischer Verantwortung betrieben und vom Remote-Operator nur via Internet "mitbenützt".

2) Wir sollten dies auch unter dem Gesichtspunkt sehen, dass die EU-Kommission ohnehin anstrebt, die Nutzung von Funkfrequenzen zu vereinfachen. Nach Ansicht der zuständigen EU-Kommissarin, Viviane Reding, gehört dazu auch der Abbau regulativer Hindernisse. Zwar ist es nach wie vor ein wesentliches Ziel, einen störungsfreien Betrieb auf den Frequenzen zu gewährleisten, doch sollten gleichzeitig Beschränkungen für den Zugang zu bestimmten Frequenzen gelockert oder ganz aufgegeben werden... (Quelle: Heise)
Letzte Aktualisierung ( Montag, 22. Oktober 2007 )
 
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