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QsoNet Drucken
Mittwoch, 6. Dezember 2006

Nichts für HF-Puristen...

 (am) Zum ersten Mal begegnete mir QsoNet schon vor ein paar Wochen auf einer Werbeeinschaltung bei eHam. Ich setzte mich damals interessehalber mit Doug, VE3EFC, dem "Macher" von QsoNet in Verbindung. Igendwie ließ mich dann aber die Auskunft, QsoNet sei kostenpflichtig (32 USD/Jahr), die Sache bald wieder vergessen. Schließlich gibt es ja auch EchoLink - und das kostet bekanntlich nichts...

Wieder geweckt wurde mein Interesse an QsoNet durch einen ganzseitigen Artikel in der Novemberausgabe der Zeitschrift Funkamateur. Beim Lesen entdeckte ich, dass es von QsoNet eine kostenlose 90-Tage-Trialversion gibt; erst danach sind Gebühren fällig!

Grund genug, die Sache auszuprobieren! Worum geht es bei QsoNet eigentlich?

 

 

 

 

 

 

 

 

QsoNet "simuliert" ähnlich wie EchoLink Amateurfunk via Internet (VoIP). Während die EchoLink-Bedienoberfläche aber nie das "look & feel" von Ham Radio aufkommen lässt, ist das bei QsoNet wesentlich mehr der Fall: Man sitzt vor dem virtuellen Cormac CQ100-Transceiver (Bild oben) und nimmt alle wichtigen Einstellungen (Band, Tuning, Mode, Squelch, AF-Gain, Mic-Gain, PTT oder Vox, Keyer usw.) komfortabel mit Maus oder Tastatur vor.

Ein weiterer Unterschied zu EchoLink besteht darin, dass sich QsoNet im Wesentlichen (noch) auf das Internet beschränkt: Es existieren zwar einige Sprachrelais-Anbindungen, ihre Zahl bleibt im Augenblick aber deutlich hinter der von EchoLink zurück.

Um mit QsoNet arbeiten zu können, ist eine Registrierung auf der QsoNet-Website notwendig, in deren Verlauf man per E-Mail ein Bild seiner Lizenzurkunde übermitteln muss; Nichtlizenzierte haben also zu QsoNet keinen Zutritt! (Die Freischaltung erfolgte bei mir übrigens wenige Minuten nach der Lizenzübermittlung; auch sonst ist der Support ausgezeichnet!)

Download und Installation der Software gestalten sich in der Folge völlig unkompliziert; zur Installation braucht man allerdings Systemadministrator-Rechte. Eine Freischaltung von Ports in der Firewall ist übrigens bei QsoNet nicht erforderlich; ebensowenig eine statische IP-Adresse oder die Verwendung eines Proxys!

Das in gut verständlichem Englisch verfasste Manual enthält eine ausführliche Registrierungs-, Download-, Installations- und Bedienungsanleitung.

Die Bedienung selbst ist nach Lektüre des Manuals eingängig und komfortabel: Man setzt sich üblicherweise im 20 m-Band auf die interne Anruffrequenz von 14,200 Mhz und ruft wie gewohnt CQ. (Nach Herstellung eines Kontakts bitte sofort QSY!) Wahlweise kann man auch mit der Maus auf eine "Frequenzzacke" (belegte Frequenz) klicken, vorerst dem Gespräch zuhören und sich bei einer Mikrofonübergabe einschalten. Ebenso ist natürlich das Rufen auf einer beliebigen freien QsoNet-Frequenz möglich. Beachten Sie aber in jedem Fall, dass Sie im jeweiligen Bandabschnitt (CW oder Voice - wird übrigens vom Cormac CQ100-Transceiver angezeigt) im passenden Mode rufen.

CW? - Ja, QsoNet bietet nämlich einen mittels PC-Tastatur ansprechbaren CW-Encoder, nicht jedoch eine CW-Dekodierung. (Hier hilft ev. CWGet oder ein ähnliches Programm.) - Auch Versuche mit PSK31 und anderen Digimodes laufen bereits.

Für sehbehinderte OM lässt sich QsoNet in einen "Speak Mode" schalten, in dem die wichtigsten Operationsparameter in englischer Sprache angesagt werden! 

QsoNet-Voraussetzungen

  • Windows 2000 oder XP (soll auch mit Windows 98 funktionieren)
  • Soundkarte
  • Micro/LS oder Headset
  • Internetanschluss mit mindestens  33,6 kbit/sek. (Angeblich also extrem anspruchslos!)

 

 

 

Fazit: QsoNet ist nichts für HF-Puristen; für Antennengeschädigte kann es aber den Unterschied zwischen "Ham-Sein" und "Ham-Nichtsein" ausmachen! Da sollte es (nach 90 Tagen Probezeit) auf 32 USD (ca. 25 €)/Jahr nicht ankommen...

PS: Wann gibt es in OE die erste QsoNet-Anbindung an ein Sprachrelais?

Letzte Aktualisierung ( Samstag, 24. November 2007 )
 
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